Teichlandschaft

Walkenrieder Klosterteiche

Überlebenswichtig für die Walkenrieder Mönchsgemeinschaft im Mittelalter ist die Kultivierung der nahen Sumpflandschaft „vor der Haustür“ ihres Klosters. Auf engem Raum legen die Mönche ein System von 16 Fischteichen an – insgesamt lassen sich sogar rund 50 kleinere und größere Teiche um Walkenried nachweisen. Fisch ist Hauptspeise der Mönche und wichtiges Handelsprodukt. In historischer Zeit sind die Teiche sehr wahrscheinlich vor allem mit Karauschen (Moorkarpfen oder Bauernkarpfen) und Hechten besetzt.

Aus einer ursprünglichen Natur-Landschaft ist eine von Möncheshand veränderte Kultur-Landschaft geworden. Heute präsentiert sich die zisterziensische Teichlandschaft als eindrucksvolle Erholungslandschaft und als erlebbares Naturschutzgebiet, das rund dreihundert Meter vom ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried entfernt liegt.

Die historische Teichlandschaft stellt mit ihren im Gelände gut sichtbaren Dämmen, Ab- und Umlaufgräben ein mittelalterliches Technikdenkmal dar. Noch heute funktionieren die ehemals angelegten Ablassvorrichtungen über Zapfen und über so genannte Teichmönche. Dabei sind die Walkenrieder Teiche Himmelsteiche, die nicht von Fließgewässern gespeist werden und daher besonders empfindlich reagieren.

Bereits in den 1930er Jahren wird die Teichlandschaft als Naturschutzgebiet Priorteich/Sachsensteingebiet ausgewiesen. Sie bedarf damals wie heute der nachhaltigen Pflege, um Verschilfung, Verschlammung, und Verlandung zu vermeiden. Hier engagiert sich auch der Walkenrieder Sportfischerverein. 

 

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